Sonntag, 20. Dezember 2009

Thailand - ich komme!

Ich verabschiede mich hiermit schonmal in meine Weihnachtsferien. Übermorgen heißt es "Mission Thailand - Day 1". Anfang Januar gibt es dann an dieser Stelle einen Reisebericht samt atemberaubend schöner Fotos aus dem Paradies. Versprochen!

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2010!

Sonntag, 13. Dezember 2009

Kasauli







Being bored from spending just another uneventful Sunday in Chandigarh, we went on a trip to Kasauli. Basically, Kasauli is just another Hill Station built by the British, but it's a different world just 1 hr away from Chandigarh. Instead of palm trees and 24 degrees, we found pines, monkeys, British cottages, many military areas and an amazing view over Chandigarh and the foothills of the Himalayas. Unfortunately, Monkey Temple was already closed (and you'd better not start a fight with armed soldiers), so we went to some viewpoints and a Catholic Church instead. It still feels weird to take off the shoes before entering the church, but that's how they do it here.

Freitag, 11. Dezember 2009

Weihnachtsstimmung

Zur Einstimmung auf indische Weihnachten Punjabi-Style bitte hier klicken.

Bisher war das einzige, was mich irgendwie an Weihnachten oder generell an Winter erinnert hat, meine Erkältung. Die kommt wahrscheinlich daher, weil es Busfahrer gibt, die auch bei nächtlichen Außentemperaturen von 2°C in Dharamsala darauf bestehen, im Bus die Klimaanlage laufen zu lassen… Die ein oder andere Weihnachtskarte aus Deutschland (Danke!) hat mich allerdings daran erinnert, dass die Weihnachtszeit angefangen hat. Ohne Adventskalender und ohne Stiefel-vor-die-Tür-Stellen an Nikolaus kommt man überhaupt nicht in Weihnachtsstimmung. Das angenehme Wetter in Chandigarh trägt sicher auch einen Teil dazu bei. Umso erstaunter und erfreuter war ich als ich letzte Woche erste Weihnachtsdeko in Restaurants, Cafés und Schaufenstern gesehen habe. Meiner Mitbewohnerin Serena aus Italien fiel plötzlich auch wieder ein, dass sie mehrere Weihnachtslieder auf Ihrem Laptop hat.
Statt wie sonst im Dezember üblich nach Wettmarsen im Sauerland zu stiefeln, im Wald umherzuwandern und Bäume zu begutachten und den schönsten aller Weihnachtsbäume zu fällen, dabei Glühwein zu trinken und Stockbrot über dem Feuer zu backen, sind wir hier in den Ramschladen um die Ecke gegangen und haben für unverschämt viel Geld einen kleinen und megakitschigen künstlichen Weihnachtsbaum erstanden. Dekoration wie Kugeln, Sterne oder Lametta bekommt man in vielen Geschäften. Statt eine GRÜNtanne selbst zu fällen (Kathrin, dieses Jahr kannst du gerne auf eine unweihnachtliche BLAUtanne bestehen!), haben wir die Plastikäste in 30 Sekunden selber zusammengesteckt. Statt Glühwein mussten andere Alkoholika aus dem weihnachtlich verschneiten Russland herhalten, aber immerhin gab es Spekulatius und Weihnachtsmusik! Statt einer Krippe konnten wir eine unendlich hässliche Jesus-Figur finden, die nun unter unserem Bäumchen steht. Inzwischen ist unser Baum auch noch ein wenig gepimpt worden: Mit Schleifchen, selbstgebastelt aus unserer silbernen Müsliverpackung. Eine Lichterkette ist bestellt, denn die vorhandenen bunten und blinkenden Lichterketten wollten wir dann doch nicht nehmen.
Für die Thailand-Crew hab ich auch schon die passende Kopfbedeckung für Flugzeug und Strand erstanden:
Und noch ne kleine Anekdote, die mal so gar nicht zum Thema Weihnachten passt: Ich wurde heute tatsächlich von zwei indischen Frauen gefragt, ob ich aus Äthiopien komme!? Lol…

Sonntag, 6. Dezember 2009

Andi in Indien: Delhi & Dharamsala
















Auf den Tag genau drei Monate nach meiner Ankunft am Indira Gandhi International Airport in New Delhi, befand ich mich wieder in der Wartehalle – dieses Mal aber auf der anderen Seite der Absperrung. Ich hab es mir natürlich nicht nehmen lassen, Andi persönlich in Delhi abzuholen.
Andreas hat unsere Woche ja bereits detailliert in seinem Blog dokumentiert, sodass ich mich etwas kürzer fassen werde.
Die Rickshawfahrt zu unserem Hotel war dann schon der erste Kulturschock für Andi. Es ging durch dunkle, enge, stinkende Gassen, wo Mensch und Tier auf engem Raum zusammenleben. Andreas ungläubige Kommentare haben mich erst wieder auf die doch sehr andersartige Situation in einem Entwicklungsland wie Indien aufmerksam gemacht. Viele „Missstände“ nehme ich längst nicht mehr wahr. Trotz der doch eher enttäuschenden Infrastruktur des Hotels, - ich konnte den Preis immerhin drücken und Frühstück for free aushandeln! - konnte ich dort das erste Mal seit drei Monaten wieder mit warmem (!) Wasser duschen. Herrlich!

Sonntags haben wir schließlich Delhi unsicher gemacht: India Gate, Governmental District, Jalar Mantar, Connaught Place und schließlich das Red Fort in Old Delhi. Das Highlight für mich: Das Verhandeln mit Rickshawfahrern in Delhi ist ein Kinderspiel. Es gibt wohl zu viele von ihnen, sodass wir unsere Preisvorgabe immer durchsetzen konnten. Vokabular in Hindi hilft. Das Interstate Bus Terminal in Old Delhi, welches mir als „worst place on earth“ in Erinnerung geblieben ist, ist nach drei Monaten Indien nicht mehr so schockierend. Man gewöhnt sich an alles. Mit dem komfortablen Deluxe Bus ging es dann wieder Richtung Chandigarh, was sich für mich inzwischen wie Zuhause anfühlt.
Am Montag hatte ich mir frei genommen, um für Andi Zeit zu haben und ihm die Stadt zu zeigen. Nach einem Spaziergang durch meine Nachbarschaft und zu meinem Büro haben wir die wenigen Sehenswürdigkeiten der „City Beautiful“ abgeklappert: Sector 17 City Centre, Rock Garden und Sukhna Lake.
Die nächsten beiden Tage musste ich leider arbeiten, - ich muss ja schließlich freie Tage für Thailand aufsparen - aber zum gemeinsamen Lunch im South Indian Restaurant oder aber im Amerikanischen Pizzaschnellrestaurant war Zeit.

Mittwochnacht sind wir schließlich nach Dharamsala aufgebrochen. Nichts für schwache Nerven. Normalerweise benötigt man für die Strecke ins Himalaya 7-8 Stunden. Obwohl die Serpentinenstraßen hauptsächlich aus Schlaglöchern zu bestehen scheinen, haben wir es in 5 Stunden geschafft. Zudem war es so neblig, dass ich beim Blick aus dem Fenster nicht einmal sagen konnte, ob es überhaupt Leitplanken gibt und wie tief es am Straßenrand bergrunter geht… Das war auch wohl besser so. Unser Backpackerhotel im oberen Stadtteil Dharamsalas - McLeod Ganj - hat uns auch um 6 Uhr morgens ohne Reservierung noch aufgenommen. Total durchgefroren bei 2°C in einem Zimmer ohne Heizung können auch Pullover, Schal und vier dicke Decken nicht viel helfen. Das Hotel wird von zwei jungen indischen Brüdern geleitet, die regelmäßig geführte Touren nach Kashmir organisieren. Die Grenze zu Kashmir verläuft auch nur wenige Kilometer nördlich von Dharamsala. Reizvoll ist eine solche Trekkingtour in den Sommermonaten auf alle Fälle. Bei meiner nächsten Indienreise vielleicht… Insgesamt war ich mit dem Hotel (in Deutschland würde man eine derartige Unterkunft nicht mal Jugendherberge nennen können…) sehr zufrieden. Viele andere junge Leute, hauptsächlich Backpacker, eine sonnige Dachterrasse mit Blick auf die verschneiten Gipfel der 4000er, exzellentes Frühstück (Masala-Tee, Pfannkuchen mit Honig, Fruchtsalat mit Joghurt und Müsli) und echte Gastfreundschaft. Man setzt hier eher auf Vertrauensbasis, denn wir mussten weder wie sonst in Indien üblich ein Registerbuch ausfüllen, noch unsere Pässe vorzeigen, geschweige denn unsere Namen angeben. Bei unserer Abreise hat man sich darauf verlassen, dass wir ehrlich angeben, was wir während der letzten Tage im Hotel gegessen haben und dies dementsprechend zahlen. Die zwei Tage in Dharamsala, dem Zufluchtsort von mehr als 150.000 Exiltibetern, waren so anders... Auf den Straßen des verschlafenen Ortes trifft man entweder buddhistische Mönche, Tibeter oder alternative Touris (Hippie-Style), aber kaum Inder. Klein-Tibet in Indien. Daher wird Dharamsala ja auch Dhasa in Anlehnung an die tibetische Stadt Lhasa genannt. Neben Klöstern und Tempelanlagen besteht der Ort hauptsächlich aus Läden von Tibetern, die wunderschöne Handarbeiten verkaufen: Schals, Schmuck, Buddhastatuen, Mützen, Taschen usw. Andi und ich mussten zwischendurch zum Hotel, um unsere Einkäufe abzuladen… Das Tibetmuseum und die Tempelanlage haben wir natürlich auch besucht, aber der Dalai Lama war leider nicht zuhause, sodass wir nicht um eine Privataudienz bitten konnten. Tibetisches Essen, Momos, haben wir auch probiert. Am nächsten Tag sind wir ein kleines Stück den Berg hochgewandert, um zu einem Wasserfall zu gelangen. Schöne Aussicht und kräftige Sonne! Nachdem der Strom morgens abgestellt wurde und wir somit mit EISkaltem Wasser (malperido desgraciado triple hijo de puta!) duschen mussten, eine schöne Abwechslung.
Zurück in Chandigarh hatte Andi dann die Ehre, eine unserer grandiosen Praktikantenpartys mitzuerleben. Natasha’s Farewell Party. Farewell… Zwei Abschiede an einem Tag sind echt nicht schön. Natasha sitzt nun im Flieger nach St. Petersburg und Andi im Bus nach Delhi.

Take care, sestreonka.
Danke Andi, dass du mich besucht hast. In 9 Wochen sehen wir uns wieder – in good ol‘ Germany.

Donnerstag, 26. November 2009

Reiseplanung Thailand

Unsere Reiseplanung steht. - Danke Wojti! Wir werden einen Triple-P-Trip machen. Die drei Ps stehen dabei nicht für Party, Palmen & Prosecco, obwohl man dies vielleicht zunächst vermuten könnte, sondern für Phuket, Phi Phi & Pattaya. Drei Tourihochburgen und noch dazu High Season - ich bin ja mal gespannt. Immerhin geht's zwischendurch Backpacking quer uebers Festland. Man muss sich ja von den Pauschalreisetouris Willi & Uschi ausm Ruhrpott ein wenig abheben, woll!?
PPP lässt aber auch genügend Spielraum für weitere Interpretationen. Kathys Version: Party (da sind wir uns einig), Putas & Pina Colada! Wir werden sehen...

Für Interessierte: Hier die Links zu unseren Unterkünften in Phuket, Phi Phi & Pattaya.

Montag, 23. November 2009

Rickshaw-Unfall

Bisher waren mir alle Schauergeschichten rund um Indiens Verkehrsunfallstatistik nur vom Hörensagen bekannt, heute hat es mich dann das erste Mal selbst erwischt. Serena, Kathy und ich waren wie immer zu dritt in unsere cycle rickshaw gequetscht auf dem Heimweg vom Büro als uns von der linken Seite ein Auto reingefahren ist. Trotz gemäßigtem Tempo war der Aufprall doch so heftig, dass Serena und ich rechts aus der rickshaw rauskatapultiert wurden. Wir fanden uns mitten auf der Kreuzung wieder, während Kathy noch zwischen Fahrrad und Auto eingequetscht war. Alle Autos um uns rum konnten Gott sei Dank noch rechtzeitig bremsen und es waren sofort viele Helfer zur Stelle. Das nagelneue Auto und die rickshaw sind ziemlich demoliert, aber allen Beteiligten geht es gut - von Rückenschmerzen mal abgesehen. Das hätte auch anders ausgehen können. Das gefährlichste hier in Indien ist definitiv der Straßenverkehr! Für Serena war es der zweite Unfall innerhalb von drei Tagen und sie ist mal gerade zwei Wochen hier. Was mir allerdings viel mehr leid tut, ist die Tatsache, dass das Fahrrad unseres personal rickshaw drivers total kaputt ist. Er verdient damit schließlich seinen Lebensunterhalt.

Das Foto zeigt zwar nicht unseren netten personal rickshaw driver - wie sich vielleicht anhand des grimmigen Gesichtausdrucks dieses netten Mitmenschens erahnen lässt - aber man darf sich das viel zitierte Gefährt ungefähr so vorstellen:

Sonntag, 22. November 2009

Mission Thailand

Agenten: Wojtek, Katherine & Isabell
Einsatzort: Thailand
Zeitraum: 22.12.2009-03.01.2010

Unser Masterplan:
22.12. abends: Bus von Chandigarh nach Delhi
23.12. morgens: Flug (Thai Air) von Delhi nach Bangkok; Ankunft Ortszeit ca. 17 Uhr; 1 Nacht am Flughafen (Echte Agenten brauchen kein Hotel!)
24.12. morgens: Flug von Bangkok nach Phuket; Ankunft Ortszeit ca. 10 Uhr

Weihnachten am Strand & evtl. Treffen mit einem ehemaligen Mitschüler, der Weihnachten ebenfalls in Phuket verbringt

27.12. oder später: Phi Phi Island und alle anderen umliegenden Inseln; evtl. Treffen mit einer größeren Reisegruppe von Praktikanten aus Delhi

Zum Jahresende geht es dann backpackermäßig mit dem Zug wieder gen Norden. Sylvester verbringen wir wahrscheinlich an irgendeinem Strand auf dem Festland unweit von Bangkok. Agent Wojtek wird bereits Neujahr wieder nach Indien fliegen, sodass Kathy und ich noch einen Tag zum Shoppen in Bangkok haben, bevor es dann am 03.01. auch für uns wieder nach Indien geht.

Kleiner Vorgeschmack:

Freitag, 20. November 2009

मॉल विएदर करंक...

Ich wär mal besser nicht so naiv gewesen, zu glauben, dass man sich nach drei Monaten auf alle indischen Bakterien eingestellt hätte... Mich (und Kathy auch) hat es wieder voll erwischt. "Magenverstimmung" ist definitiv zu euphemistisch ausgedrückt. Nach 36 Stunden tiefen Schlafes geht es mir nun ein bisschen besser. Zumindest die Schmerzen haben aufgehört...
Krank sein ist allerdings total langweilig, wenn man kein TV hat und man jede sich im Haus befindliche DVD schon auswendig kennt. Habe allerdings eine geniale Funktion bei blogger.com gefunden. Nun kann ich all meine Posts in Hindi schreiben. Das wird mich meine Langeweile für ca. 20 Minuten vergessen lassen.

नमस्ते!
मेरा नाम इसाबेल है। आप कैसे हो? हिन्दी नही, हिन्दी नही!
टाटा!

Montag, 16. November 2009

Ich werd hier noch zum Medienstar ;)

Da die Presse bei dem gestern stattfindenden Global Village reichlich vertreten war, hatte ich heute wieder das Vergnügen, Bilder von mir in drei verschiedenen Zeitungen finden zu können. Zwei Artikel konnte ich auch online ausfindig machen: The Tribune (runterscrollen!) und Times of India.

Sonntag, 15. November 2009

Happy Children's Day









Anlässlich zum Feiertag für Kinder hat AIESEC ein Global Village für Kinder unterpriviligierter Familien - sprich Kinder aus den Slums - veranstaltet. (Das letzte Foto habe ich unweit von meinem Büro aufgenommen.) Neben Mal- und Bastelworkshops, Aufführungen von geistig behinderten Kindern, free medical check ups und einer gemeinsamen Mahlzeit, haben wir - die AIESEC interns - unsere Länder präsentiert. Deshalb habe ich gestern Bastelmaterialien gekauft und eine große Landkarte von Deutschland gemalt. Eine Deutschlandflagge hab ich hier im Traineehouse von einem meiner Vormieter finden können. Zu jeweils einer Stadt im Norden, Süden, Osten und Westen plus Arnsberg hab ich Bilder ausgedruckt und mir kleine Geschichten überlegt. Von der Berliner Mauer über den Arnsberger Weihnachtsmarkt bis hin zum Kölner Karneval war alles vertreten. Ein Übersetzer hat mir geholfen den Kindern meine Geschichten in Hindi zu übersetzen. Ein Kind aus den Slums hat mich gefragt, ob ich Michael Ballack und Oliver Kahn kennen würde. :) Es hat Spaß gemacht, auch wenn es mit 30°C heute draußen wieder zu heiß war...

Freitag, 13. November 2009

Halbzeit

Wahnsinn! Heute bin ich 11 Wochen in Indien. Die Hälfte meines Aufenthaltes hier ist somit um. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht!
Moment ist die Arbeit ziemlich stressig, aber ab nächster Woche dürfte es wieder ruhiger werden. Bald kündigt sich auch schon der erste Besuch aus Istanbul an. Über Weihnachten werden Kathy Colombia (übrigens die Nachbarin von Shakira, ja genau, DER Shakira) und ich nach Thailand fliegen (Tickets für Delhi-Bangkok am 23.12. und Bangkok-Delhi am 03.01. sind gebucht, weiter geht es mit Bus und Fähre ins Paradies - Christmas on the beach!), im Januar kommt schließlich der elterliche Besuch aus Deutschland und dann sind es nur noch 2 Wochen bis es auch für mich Abschied nehmen heißt. Ich mag gar nicht dran denken. Ich genieße hier das Leben im Traineehouse so! (Wir sind übrigens wieder 9 Leute. 2 Mädels aus Polen, ein Mädel aus Italien und ein Mädel aus den USA sind eingezogen). Außerdem hab ich bis dahin noch so viel vor! Delhi, Dharamsala, McLeod Ganj, Varanasi und andere Ziele müssen noch bereist werden, ich möchte mir gerne einen Saree schneidern lassen und und und...
Achja, Mission Thailand ist bereits angelaufen. Hier eine Illustration unseres Versuchs, uns selbst zu motivieren, an unserer Bikinifigur zu arbeiten... Bei 8 Ladies im Traineehouse ist es ein echt witziges Ereignis, wenn alle abends in Sportklamotten zu YouTube-Videos vor ihren Laptops rumhüpfen...

Montag, 9. November 2009

Einmal vegetarische Nudeln, bitte.

Der Delivery Service unseres Vertrauens (Paneer Tikka Butter Masala mit Butter Naan - lecker!) hat mich schwer enttäuscht. Meine vegetarischen Nudeln enthielten eine gut durchgeröstete Kakerlake. (Inzwischen bin ich mit sämtlichen Tieren von Riesenspinnen im Türrahmen, über Lizards im Bett, Ratten in meiner Müslipackung im Küchenschrank bis hin zu Riesenameisen im Pullover per Du...) Nun hoffe ich, dass meine neu erworbene indische Zahnpasta wenigstens hält, was sie verspricht - nämlich 100% vegetarischen Inhalt. Kein Scherz - das steht da wirklich drauf!

Dienstag, 3. November 2009

Cricket Match India - Australia


Das Großereignis in Chandigarh: Cricket ist die Volkssportart und hat für Inder den gleichen Status wie Fußball für Deutsche. Ein Länderspiel gegen den Weltmeister Australien im heimischen Stadion kommt ungefähr alle zwei Jahre vor und ist DAS Ereignis. Leider waren alle Tickets ausverkauft. Doch dann...
6.20pm: Mein Chef schreibt Kathy und mir, dass alle Karten ausverkauft sind.
6.21pm: Enttäuschung unsererseits...
6.22pm: "Okay, we could still have a try to get in. Leave the office at sharp 6.30. I'll pick u guys up from home at 6.45."
6.28pm: Kathy und ich feuern unseren personal rikshaw driver an, schneller zu fahren.
6.45pm: Wir sitzen im Auto zum Stadion.
7.05pm (zum Police Officer): "Sir, we've two guests from Australia. They came all the way from Australia to see the match. Unfortunately, we don't have any tickets..."
7.15pm: Nach mehrmaliger Wiederholung der Australien-Story untermalt von meinem todtraurigen Gesichtsausdruck: Hahaha, wir saßen auf der VIP-Tribüne, wo eigentlich der Chief Minister sitzt...
7.15pm onwards: Tryin to look Australian...
O-Ton eines kleinen Mädchens auf der Tribüne: "I guess, ur country is goin to win..."
22.00pm: Es zeichnete sich langsam aber sicher ein Sieg der Australier ab, was mich dazu veranlasste, zu meiner eigenen Sicherheit möglichst unauffällig aus dem Stadion zu schleichen...

Sonntag, 1. November 2009

An Indian wedding Reloaded


Die letzten zwei Tage war ich wieder damit beschäftigt, eine Hochzeit zu feiern. Diesmal kannte ich weder Braut noch Bräutigam. Der Cousin meiner Chefs hat geheiratet und Kathy und ich und ein paar andere Praktikanten waren eingeladen. Die Party, eigentlich Ladies' Night genannt, am Freitagabend wurde von Braut und Bräutigam gemeinsam veranstaltet und es war einfach nur genial! Location, Essen, Musik, Leute - alles super! Die eigentliche Hochzeit am Samstagabend haben wir dann wie die meisten anderen der 1000 (!) Gäste vor der eigentlichen Zeremonie um ca. 3 Uhr nachts verlassen. So langsam wurde es auch ein wenig kalt. Während wir tagsüber (im November!) immer noch in Sommerkleidung zur Arbeit gehen (traumhafte und angenehme 28-30°C), sinken die Temperaturen nachts auf ca. 12°C. In offenen Schuhen und einem kurzärmeligem Wedding Suit kann es da schon etwas frisch werden. Dagegen hilft nur Tanzen - sehr zur Freude der engagierten Kamerateams, die sich direkt um die Bühne gruppierten. Schon etwas merkwürdig, sich selbst bei dem Versuch möglichst indisch zu tanzen, auf einer Großleinwand beobachten zu können...

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Anekdote aus der Arbeitswelt

Dass die indische Unternehmenskultur und the Indian Way of Business so viel anders sind als in Deutschland ist mir bisher nicht so aufgefallen. Liegt vielleicht auch daran, dass meine Chefs von der weltgewandten Sorte sind, viel im Ausland reisen und viele ausländische Kunden haben. Viele andere Praktikanten berichten immer wieder von der lustigen Art ihrer indischen Kollegen, Probleme zu beseitigen. Heute musste ich erstmals ungläubig den Kopf schütteln. Es ging darum, für das Audit zu belegen, dass die Gehälter den verschiedenen Qualifikationen und Berufserfahrungen entsprechend gestaffelt sind. Klingt logisch. Hat bisher aber niemanden interessiert. So musste ich feststellen, dass ein Mitarbeiter, der seiner Qualifikation und seiner Berufserfahrung entsprechend eigentlich eine niedrige Gehaltsstufe hätte haben müssen, sich allerdings zwei Ebenen darüber befand! D.h. er verdient mehr als das Doppelte seiner wesentlich besser qualifizierten Vorgesetzten. Eine Ungereimtheit, die besser nicht im Bericht erscheinen sollte. Also fix dem Management das Problem geschildert, doch dort erntete ich nur ein Schulterzucken und folgende geniale Antwort: "Dann beförder ihn doch mal eben." Der Herr wird sich freuen mal eben so zwei Hierarchiestufen überspringen und Chef seiner bisherigen Chefs sein zu dürfen. An meinem ungläubigen und fast schon amüsiertem Gesichtsausdruck musste mein Chef dann allerdings gemerkt haben, dass diese Antwort wohl sehr indisch war.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Visa issues

Nach tagelangem Zittern und widersprüchlichen Informationen hatten wir uns gestern schließlich entschlossen, nach Delhi zum Ministry of Home Affairs (entspricht dem Innenministerium) zu fahren und unsere Visaprobleme zu klären. Unsere Sachen für Delhi samt sämtlicher Dokumente waren bereits gepackt, die Stimmung bedrückend, unsere Nerven lagen blank. Viele, viele Stoßgebete wurden zum Himmel geschickt, dass unsere Visaänderung akzeptiert wird und wir nicht zum 31.10. - sprich innerhalb von 3-4 Tagen- Indien verlassen müssen. Die Stimmung war gerade am Tiefpunkt angelangt, bei meinen Mitbewohnern und mir flossen schon Tränen der Verzweifelung, als ich eine E-Mail mit dem Betreff "VISA problems - Issue sorted" erhielt. Im selben Augenblick erreichten mich auch eine SMS und ein Anruf mit selbigem Inhalt: Das MHA hat die Business Visa-Bestimmungen extra für AIESEC Praktikanten gelockert. Nachdem wir diese Bestätigung auch nochmal von Praktikanten aus Delhi erhalten hatten, lagen wir uns alle in den Armen. Mama, du warst bei Skype live dabei. :) Für mich wäre es ein enormer Aufwand gewesen, noch am Samstag nach Deutschland zu fliegen, dort zu bleiben bis mein neuer Visumsantrag bearbeitet ist, um dann wieder zurückzufliegen. Immerhin hätte mir diese Option aber offen gestanden. Für die meisten anderen Praktikanten wäre aus Kostengründen (ein Flug von Indien nach Mexiko und zurück kostet das Fünffache von meinem Flug) der Traum von Indien vorbei gewesen. Danke an dieser Stelle an meine Eltern, dass sie mir im Notfall ermöglicht hätten, wieder so schnell wie möglich nach Indien zurückzukehren. Danke auch für das Sponsoring der sich anschließenden spontanen Party. :)

Donnerstag, 22. Oktober 2009

AIESEC-Praktikant, der (maskulin, Singular)









Der AIESEC-Praktikant an sich ist dem Feiern nicht grundsätzlich abgeneigt. Neben seiner stets gewissenhaft ausgeführten Arbeit und dem Ausbau seiner interkulturellen Kompetenzen durch häufiges Reisen, stellen besonders Mottoparties auf der Dachterrasse der sagenumwobenen Location in Sektor 16 eine gern gesehene Abwechselung dar.

Samstag, 17. Oktober 2009

Diwali













Dieses Wochenende ist Diwali, das Lichterfest. Es ist wie Weihnachten und Silvester zusammen! Alle Häuser werden mit Lichterketten behangen, man beschenkt sich gegenseitig, nachts werden Kerzen aufgestellt und die ganze Nacht gibt es Feuerwerk und Cracker zu sehen und zu hören. Heute Nacht kommt hoffentlich der Geist von Lord Rama vorbei, weil wir alles so toll geschmückt haben, und bringt uns Glück und Wohlstand. :) (In Mexiko und Kolumbien gibt es den gleichen Brauch im Dezember mit Maria, der Mutter Gottes anstelle des Lord Ramas.)
Donnerstagabend haben AIESECer für uns Praktikanten eine kleine Diwali-Party veranstaltet. Gestern haben Kathy und ich schließlich auch Lichterketten (weiß und pink - Widerstand meinerseits gegen letzteres war zwecklos) gekauft und spanische Weihnachtslieder singend (Feliz Navidad...) unseren Balkon dekoriert. Total weihnachtlich in T-Shirt und Flip Flops - für Kathy, meine Lieblingskolumbianerin, nichts Ungewöhnliches. Später waren wir auf einer Diwali-Party eingeladen. Die High Society Indiens lässt grüßen. Daran, dass wir uns eindeutig unter den Reichen befanden, merkte man nicht nur daran, dass jedes Haus in der Nachbarschaft seinen eigenen Security Guard vor dem Haus stehen hat, sondern daran, dass die Kleider der Mädels immer kürzer, die High Heels dafür höher, die Getränke der Mädels alkoholhaltiger und der Kontrast der Hautfarbe zwischen Kellnern und indischen (!) Gästen deutlicher werden... Außerdem sprachen alle untereinander Englisch. Die Party hätte auch in den Hollywood Hills oder in St. Tropez stattfinden können. Wahnsinn! Das andere Indien eben...
Heute werden wir nach dem Dinner auf dem Balkon sitzen und das zweistündige Feuerwerkspektakel beobachten, selbst Wunderkerzen anzünden und ins neue Jahr feiern.