Auf den Tag genau drei Monate nach meiner Ankunft am Indira Gandhi International Airport in New Delhi, befand ich mich wieder in der Wartehalle – dieses Mal aber auf der anderen Seite der Absperrung. Ich hab es mir natürlich nicht nehmen lassen, Andi persönlich in Delhi abzuholen.
Andreas hat unsere Woche ja bereits detailliert in seinem Blog dokumentiert, sodass ich mich etwas kürzer fassen werde.
Die Rickshawfahrt zu unserem Hotel war dann schon der erste Kulturschock für Andi. Es ging durch dunkle, enge, stinkende Gassen, wo Mensch und Tier auf engem Raum zusammenleben. Andreas ungläubige Kommentare haben mich erst wieder auf die doch sehr andersartige Situation in einem Entwicklungsland wie Indien aufmerksam gemacht. Viele „Missstände“ nehme ich längst nicht mehr wahr. Trotz der doch eher enttäuschenden Infrastruktur des Hotels, - ich konnte den Preis immerhin drücken und Frühstück for free aushandeln! - konnte ich dort das erste Mal seit drei Monaten wieder mit warmem (!) Wasser duschen. Herrlich!
Sonntags haben wir schließlich Delhi unsicher gemacht: India Gate, Governmental District, Jalar Mantar, Connaught Place und schließlich das Red Fort in Old Delhi. Das Highlight für mich: Das Verhandeln mit Rickshawfahrern in Delhi ist ein Kinderspiel. Es gibt wohl zu viele von ihnen, sodass wir unsere Preisvorgabe immer durchsetzen konnten. Vokabular in Hindi hilft. Das Interstate Bus Terminal in Old Delhi, welches mir als „worst place on earth“ in Erinnerung geblieben ist, ist nach drei Monaten Indien nicht mehr so schockierend. Man gewöhnt sich an alles. Mit dem komfortablen Deluxe Bus ging es dann wieder Richtung Chandigarh, was sich für mich inzwischen wie Zuhause anfühlt.
Am Montag hatte ich mir frei genommen, um für Andi Zeit zu haben und ihm die Stadt zu zeigen. Nach einem Spaziergang durch meine Nachbarschaft und zu meinem Büro haben wir die wenigen Sehenswürdigkeiten der „City Beautiful“ abgeklappert: Sector 17 City Centre, Rock Garden und Sukhna Lake.
Die nächsten beiden Tage musste ich leider arbeiten, - ich muss ja schließlich freie Tage für Thailand aufsparen - aber zum gemeinsamen Lunch im South Indian Restaurant oder aber im Amerikanischen Pizzaschnellrestaurant war Zeit.
Mittwochnacht sind wir schließlich nach Dharamsala aufgebrochen. Nichts für schwache Nerven. Normalerweise benötigt man für die Strecke ins Himalaya 7-8 Stunden. Obwohl die Serpentinenstraßen hauptsächlich aus Schlaglöchern zu bestehen scheinen, haben wir es in 5 Stunden geschafft. Zudem war es so neblig, dass ich beim Blick aus dem Fenster nicht einmal sagen konnte, ob es überhaupt Leitplanken gibt und wie tief es am Straßenrand bergrunter geht… Das war auch wohl besser so. Unser Backpackerhotel im oberen Stadtteil Dharamsalas - McLeod Ganj - hat uns auch um 6 Uhr morgens ohne Reservierung noch aufgenommen. Total durchgefroren bei 2°C in einem Zimmer ohne Heizung können auch Pullover, Schal und vier dicke Decken nicht viel helfen. Das Hotel wird von zwei jungen indischen Brüdern geleitet, die regelmäßig geführte Touren nach Kashmir organisieren. Die Grenze zu Kashmir verläuft auch nur wenige Kilometer nördlich von Dharamsala. Reizvoll ist eine solche Trekkingtour in den Sommermonaten auf alle Fälle. Bei meiner nächsten Indienreise vielleicht… Insgesamt war ich mit dem Hotel (in Deutschland würde man eine derartige Unterkunft nicht mal Jugendherberge nennen können…) sehr zufrieden. Viele andere junge Leute, hauptsächlich Backpacker, eine sonnige Dachterrasse mit Blick auf die verschneiten Gipfel der 4000er, exzellentes Frühstück (Masala-Tee, Pfannkuchen mit Honig, Fruchtsalat mit Joghurt und Müsli) und echte Gastfreundschaft. Man setzt hier eher auf Vertrauensbasis, denn wir mussten weder wie sonst in Indien üblich ein Registerbuch ausfüllen, noch unsere Pässe vorzeigen, geschweige denn unsere Namen angeben. Bei unserer Abreise hat man sich darauf verlassen, dass wir ehrlich angeben, was wir während der letzten Tage im Hotel gegessen haben und dies dementsprechend zahlen. Die zwei Tage in Dharamsala, dem Zufluchtsort von mehr als 150.000 Exiltibetern, waren so anders... Auf den Straßen des verschlafenen Ortes trifft man entweder buddhistische Mönche, Tibeter oder alternative Touris (Hippie-Style), aber kaum Inder. Klein-Tibet in Indien. Daher wird Dharamsala ja auch Dhasa in Anlehnung an die tibetische Stadt Lhasa genannt. Neben Klöstern und Tempelanlagen besteht der Ort hauptsächlich aus Läden von Tibetern, die wunderschöne Handarbeiten verkaufen: Schals, Schmuck, Buddhastatuen, Mützen, Taschen usw. Andi und ich mussten zwischendurch zum Hotel, um unsere Einkäufe abzuladen… Das Tibetmuseum und die Tempelanlage haben wir natürlich auch besucht, aber der Dalai Lama war leider nicht zuhause, sodass wir nicht um eine Privataudienz bitten konnten. Tibetisches Essen, Momos, haben wir auch probiert. Am nächsten Tag sind wir ein kleines Stück den Berg hochgewandert, um zu einem Wasserfall zu gelangen. Schöne Aussicht und kräftige Sonne! Nachdem der Strom morgens abgestellt wurde und wir somit mit EISkaltem Wasser (malperido desgraciado triple hijo de puta!) duschen mussten, eine schöne Abwechslung.
Zurück in Chandigarh hatte Andi dann die Ehre, eine unserer grandiosen Praktikantenpartys mitzuerleben. Natasha’s Farewell Party. Farewell… Zwei Abschiede an einem Tag sind echt nicht schön. Natasha sitzt nun im Flieger nach St. Petersburg und Andi im Bus nach Delhi.
Take care, sestreonka.
Danke Andi, dass du mich besucht hast. In 9 Wochen sehen wir uns wieder – in good ol‘ Germany.
Andreas hat unsere Woche ja bereits detailliert in seinem Blog dokumentiert, sodass ich mich etwas kürzer fassen werde.
Die Rickshawfahrt zu unserem Hotel war dann schon der erste Kulturschock für Andi. Es ging durch dunkle, enge, stinkende Gassen, wo Mensch und Tier auf engem Raum zusammenleben. Andreas ungläubige Kommentare haben mich erst wieder auf die doch sehr andersartige Situation in einem Entwicklungsland wie Indien aufmerksam gemacht. Viele „Missstände“ nehme ich längst nicht mehr wahr. Trotz der doch eher enttäuschenden Infrastruktur des Hotels, - ich konnte den Preis immerhin drücken und Frühstück for free aushandeln! - konnte ich dort das erste Mal seit drei Monaten wieder mit warmem (!) Wasser duschen. Herrlich!
Sonntags haben wir schließlich Delhi unsicher gemacht: India Gate, Governmental District, Jalar Mantar, Connaught Place und schließlich das Red Fort in Old Delhi. Das Highlight für mich: Das Verhandeln mit Rickshawfahrern in Delhi ist ein Kinderspiel. Es gibt wohl zu viele von ihnen, sodass wir unsere Preisvorgabe immer durchsetzen konnten. Vokabular in Hindi hilft. Das Interstate Bus Terminal in Old Delhi, welches mir als „worst place on earth“ in Erinnerung geblieben ist, ist nach drei Monaten Indien nicht mehr so schockierend. Man gewöhnt sich an alles. Mit dem komfortablen Deluxe Bus ging es dann wieder Richtung Chandigarh, was sich für mich inzwischen wie Zuhause anfühlt.
Am Montag hatte ich mir frei genommen, um für Andi Zeit zu haben und ihm die Stadt zu zeigen. Nach einem Spaziergang durch meine Nachbarschaft und zu meinem Büro haben wir die wenigen Sehenswürdigkeiten der „City Beautiful“ abgeklappert: Sector 17 City Centre, Rock Garden und Sukhna Lake.
Die nächsten beiden Tage musste ich leider arbeiten, - ich muss ja schließlich freie Tage für Thailand aufsparen - aber zum gemeinsamen Lunch im South Indian Restaurant oder aber im Amerikanischen Pizzaschnellrestaurant war Zeit.
Mittwochnacht sind wir schließlich nach Dharamsala aufgebrochen. Nichts für schwache Nerven. Normalerweise benötigt man für die Strecke ins Himalaya 7-8 Stunden. Obwohl die Serpentinenstraßen hauptsächlich aus Schlaglöchern zu bestehen scheinen, haben wir es in 5 Stunden geschafft. Zudem war es so neblig, dass ich beim Blick aus dem Fenster nicht einmal sagen konnte, ob es überhaupt Leitplanken gibt und wie tief es am Straßenrand bergrunter geht… Das war auch wohl besser so. Unser Backpackerhotel im oberen Stadtteil Dharamsalas - McLeod Ganj - hat uns auch um 6 Uhr morgens ohne Reservierung noch aufgenommen. Total durchgefroren bei 2°C in einem Zimmer ohne Heizung können auch Pullover, Schal und vier dicke Decken nicht viel helfen. Das Hotel wird von zwei jungen indischen Brüdern geleitet, die regelmäßig geführte Touren nach Kashmir organisieren. Die Grenze zu Kashmir verläuft auch nur wenige Kilometer nördlich von Dharamsala. Reizvoll ist eine solche Trekkingtour in den Sommermonaten auf alle Fälle. Bei meiner nächsten Indienreise vielleicht… Insgesamt war ich mit dem Hotel (in Deutschland würde man eine derartige Unterkunft nicht mal Jugendherberge nennen können…) sehr zufrieden. Viele andere junge Leute, hauptsächlich Backpacker, eine sonnige Dachterrasse mit Blick auf die verschneiten Gipfel der 4000er, exzellentes Frühstück (Masala-Tee, Pfannkuchen mit Honig, Fruchtsalat mit Joghurt und Müsli) und echte Gastfreundschaft. Man setzt hier eher auf Vertrauensbasis, denn wir mussten weder wie sonst in Indien üblich ein Registerbuch ausfüllen, noch unsere Pässe vorzeigen, geschweige denn unsere Namen angeben. Bei unserer Abreise hat man sich darauf verlassen, dass wir ehrlich angeben, was wir während der letzten Tage im Hotel gegessen haben und dies dementsprechend zahlen. Die zwei Tage in Dharamsala, dem Zufluchtsort von mehr als 150.000 Exiltibetern, waren so anders... Auf den Straßen des verschlafenen Ortes trifft man entweder buddhistische Mönche, Tibeter oder alternative Touris (Hippie-Style), aber kaum Inder. Klein-Tibet in Indien. Daher wird Dharamsala ja auch Dhasa in Anlehnung an die tibetische Stadt Lhasa genannt. Neben Klöstern und Tempelanlagen besteht der Ort hauptsächlich aus Läden von Tibetern, die wunderschöne Handarbeiten verkaufen: Schals, Schmuck, Buddhastatuen, Mützen, Taschen usw. Andi und ich mussten zwischendurch zum Hotel, um unsere Einkäufe abzuladen… Das Tibetmuseum und die Tempelanlage haben wir natürlich auch besucht, aber der Dalai Lama war leider nicht zuhause, sodass wir nicht um eine Privataudienz bitten konnten. Tibetisches Essen, Momos, haben wir auch probiert. Am nächsten Tag sind wir ein kleines Stück den Berg hochgewandert, um zu einem Wasserfall zu gelangen. Schöne Aussicht und kräftige Sonne! Nachdem der Strom morgens abgestellt wurde und wir somit mit EISkaltem Wasser (malperido desgraciado triple hijo de puta!) duschen mussten, eine schöne Abwechslung.
Zurück in Chandigarh hatte Andi dann die Ehre, eine unserer grandiosen Praktikantenpartys mitzuerleben. Natasha’s Farewell Party. Farewell… Zwei Abschiede an einem Tag sind echt nicht schön. Natasha sitzt nun im Flieger nach St. Petersburg und Andi im Bus nach Delhi.
Take care, sestreonka.
Danke Andi, dass du mich besucht hast. In 9 Wochen sehen wir uns wieder – in good ol‘ Germany.
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