"Wenn Sie mit Air India fliegen, beginnt der Kulturschock schon im Flugzeug." Der Mann im Reisebuero sollte fast recht bekommen, denn als ich gestern am Gate am Frankfurter Flughafen ankam, war ich die einzige nicht indisch aussehende Person. Der Flieger von Air India war allerdings nur maessig ausgebucht, sodass ich erstmal drei Plaetze fuer mich beanspruchen und der Beschnupperung mit meinen neuen Mitmenschen erstmal Aufschub gewaehrleisten konnte, was mir sehr recht war, denn ALLE Inder haben die Angewohnheit, sich erstmal im Flieger die Schuhe - und falls vorhanden - auch die Socken auszuziehen. Besonderes Highlight des Fluges: Die Kamera unter dem Flugzeug, sodass ich die Landschaft unterhalb auch vom Gangplatz aus per Flatscreen begucken konnte. Im Flugzeug hab ich schon eine Frau aus Chandigarh kennengelernt, mit der ich dann gemeinsam die Einreiseunterlagen ausgefuellt habe. Ihr Englisch war definitv schlechter als meines und sie brauchte meine Hilfe. Als Gegenleistung hat sie mir angeboten, noch direkt nachts mit ihr und ihrem Mann nach Chandigarh zu reisen, denn von meinem Plan, dass ich alleine mit Taxi und Bus weiterreise, war sie gar nicht angetan! "Be careful and don't trust anyone!" Noch vor der Einreise gab es den Influenza-Check. Per Waermebildkamera wird festgestellt, ob ein Reisender erhoehte Temperatur hat. Hinzu kommt eine Befragung durch einen Arzt. Insgesamt hat die Einreise gut geklappt. Ein wenig schockiert war ich darueber, dass in Delhi fast alle Schutzmasken tragen. Eigentlich ja schlau, aber etwas "scary", da die Menschen sowieso schon alle so fremd aussehen - auch ohne Maske.
Die anschliessende Taxifahrt haette leicht zum Debakel werden koennen, da Taxifahrer einen prinzipiell versuchen, uebers Ohr zu hauen, indem sie Umwege fahren und einen dann da absetzen, wo man gar nicht hin will. Aber Isa ist ja nicht auf den Kopf gefallen und hat dem Taxifahrer klar gemacht, dass sie den Weg und die Kilometeranzahl dank Google kennt und nicht eher aussteigt, bis sie am Airport Residency Hotel angekommen ist. Hat funktioniert. Das Hotel war der Wahnsinn! Inmitten von eher aermlicheren Vierteln, ein gepflegtes Stueck Rasen mit Hofeinfahrt und genialem Zimmer! Obstkorb, Tee und Entspannungstuecher zur Entspannung inklusive. Schade, dass ich nur fuer ein paar Stunden da sein konnte. Das erste indische Fruehstueck heute morgen war eher gewoehnungsbeduerftig. Teigfladen mit einer undefinierbaren, scharfen Masse. Als einzigen Bestandteil konnte ich Kartoffeln identifizieren.
Die Taxifahrt heute morgen - rund 60 km durch Delhi - war unterhaltsam (Tempel, Kuehe, Militaer am Strassenrand) und so schlimm wie der Verkehr immer betitelt wird, ist der gar nicht. Gurte zum Anschnallen gibt es auf der Rueckbank allerdings nicht. Ohne den Taxifahrer waere ich am Inter State Bus Terminal wahrscheinlich verzweifelt. Dreck, Fliegen, Gestank, Staub, Bettler (auch Kinder) und alle Schilder in Hindi. Der gute Mann hat dann dafuer gesorgt, dass ich das richtige Ticket und den richtigen Bus nehme und wollte zum Schluss meine Handynummer als Dank haben - er musste sich stattdessen aber mit 10 Rupien begnuegen. Die Busfahrt 250 km bis Chandigarh war sehr entspannt. Volvo-Bus mit Klimaanlage, sauberer Innenausstattung und Flatscreen (auf dem leider nur Hindifilme gezeigt wurden) und gepflegte Mitreisende. Die Hupe ist allerdings das wichtigste Instrument im Auto - es wird immer gehupt, aber man gewoehnt sich an den Laermpegel. Am Strassenrand gab es dann wieder das volle Programm zu sehen: Kuehe sowieso, Slums, schicke Hotels - viele, viele Gegensaetze. Von der Raststaette war ich positiv ueberrascht - es gab normale Toiletten und noch dazu waren sie sauber! Der bisher befremdlichste Moment war nach meiner Ankunft in Chandigarh. Niemand war da, um mich abzuholen. Wieder Fliegen, Dreck, aufdringliche Taxifahrer und ich ganz alleine mit Gepaeck, welches einem fast aus der Hand gerissen wird ("Madam, please, take my taxi.")... Irgendwann hab ich dann ein westlich aussehendes Maedchen angesprochen, ob ich mal mit ihrem Handy telefonieren duerfte. Es sollte sich herausstellen, dass ich leider am falschen Busterminal ausgestiegen bin (es gibt wohl zwei in Chandigarh, was ich bisher nicht wusste) und man mich an dem anderen schon fieberhaft suchte.
Endlich abgeholt, im klimatisierten Auto eines AIESECers sitzend, ging es erstmal zum Engineering College der Stadt, wo ich auf viele andere AIESECer getroffen bin. Immerhin sprechen die alle super Englisch und ich muss nicht, wie auf der Strasse ueberlegen, OB es ueberhaupt Englisch ist, was da gesprochen wird. Der Akzent wird mir hier noch Freude bereiten! Das Unigebaeude selbst sieht aus wie eine Ruine (ich haette es nicht fuer moeglich gehalten, dass das wirklich genutzt wird), aber von Bochum bin ich ja einiges gewohnt... Das Highlight des Tages: Von der Uni aus ging es dann mit einem echt coolen Polizeiauto des Polizeichefs von Chandigarh zu ihm nach Hause, denn sein Sohn ist ebenfalls bei AIESEC und seine Familie wird mich die ersten zwei, drei Tage aufnehmen. Lavish und seine Eltern sind echt super nett und anscheinend auch super reich, denn sie haben eine Villa! (Fotos folgen.) Bedienstete kochen, putzen, tragen mir mein Gepaeck in mein Zimmer, nachdem ich aus den Gaestezimmern meine Bleibe ausgewaehlt habe - mit eigenem Bad samt Eckbadewanne versteht sich! :D Den Luxus habe ich mir wirklich verdient nach den Strapazen der Reise. Das indische Abendessen war gar nicht so schlecht, aber es riecht alles so fremd! Achja, der Herr Polizeichef war uebrigens schonmal in Oberhausen und kann immerhin "Guten Tag" sagen. :) Mehr kann ich auf Hindi auch nicht. In diesem Sinne: Namaste!
Die Taxifahrt heute morgen - rund 60 km durch Delhi - war unterhaltsam (Tempel, Kuehe, Militaer am Strassenrand) und so schlimm wie der Verkehr immer betitelt wird, ist der gar nicht. Gurte zum Anschnallen gibt es auf der Rueckbank allerdings nicht. Ohne den Taxifahrer waere ich am Inter State Bus Terminal wahrscheinlich verzweifelt. Dreck, Fliegen, Gestank, Staub, Bettler (auch Kinder) und alle Schilder in Hindi. Der gute Mann hat dann dafuer gesorgt, dass ich das richtige Ticket und den richtigen Bus nehme und wollte zum Schluss meine Handynummer als Dank haben - er musste sich stattdessen aber mit 10 Rupien begnuegen. Die Busfahrt 250 km bis Chandigarh war sehr entspannt. Volvo-Bus mit Klimaanlage, sauberer Innenausstattung und Flatscreen (auf dem leider nur Hindifilme gezeigt wurden) und gepflegte Mitreisende. Die Hupe ist allerdings das wichtigste Instrument im Auto - es wird immer gehupt, aber man gewoehnt sich an den Laermpegel. Am Strassenrand gab es dann wieder das volle Programm zu sehen: Kuehe sowieso, Slums, schicke Hotels - viele, viele Gegensaetze. Von der Raststaette war ich positiv ueberrascht - es gab normale Toiletten und noch dazu waren sie sauber! Der bisher befremdlichste Moment war nach meiner Ankunft in Chandigarh. Niemand war da, um mich abzuholen. Wieder Fliegen, Dreck, aufdringliche Taxifahrer und ich ganz alleine mit Gepaeck, welches einem fast aus der Hand gerissen wird ("Madam, please, take my taxi.")... Irgendwann hab ich dann ein westlich aussehendes Maedchen angesprochen, ob ich mal mit ihrem Handy telefonieren duerfte. Es sollte sich herausstellen, dass ich leider am falschen Busterminal ausgestiegen bin (es gibt wohl zwei in Chandigarh, was ich bisher nicht wusste) und man mich an dem anderen schon fieberhaft suchte.
Endlich abgeholt, im klimatisierten Auto eines AIESECers sitzend, ging es erstmal zum Engineering College der Stadt, wo ich auf viele andere AIESECer getroffen bin. Immerhin sprechen die alle super Englisch und ich muss nicht, wie auf der Strasse ueberlegen, OB es ueberhaupt Englisch ist, was da gesprochen wird. Der Akzent wird mir hier noch Freude bereiten! Das Unigebaeude selbst sieht aus wie eine Ruine (ich haette es nicht fuer moeglich gehalten, dass das wirklich genutzt wird), aber von Bochum bin ich ja einiges gewohnt... Das Highlight des Tages: Von der Uni aus ging es dann mit einem echt coolen Polizeiauto des Polizeichefs von Chandigarh zu ihm nach Hause, denn sein Sohn ist ebenfalls bei AIESEC und seine Familie wird mich die ersten zwei, drei Tage aufnehmen. Lavish und seine Eltern sind echt super nett und anscheinend auch super reich, denn sie haben eine Villa! (Fotos folgen.) Bedienstete kochen, putzen, tragen mir mein Gepaeck in mein Zimmer, nachdem ich aus den Gaestezimmern meine Bleibe ausgewaehlt habe - mit eigenem Bad samt Eckbadewanne versteht sich! :D Den Luxus habe ich mir wirklich verdient nach den Strapazen der Reise. Das indische Abendessen war gar nicht so schlecht, aber es riecht alles so fremd! Achja, der Herr Polizeichef war uebrigens schonmal in Oberhausen und kann immerhin "Guten Tag" sagen. :) Mehr kann ich auf Hindi auch nicht. In diesem Sinne: Namaste!
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